FDP  Hermannsburg 

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Dabei wurden auch die für Hermannsburg beantragten Ziel-1-Projekte noch einmal kritisch unter die Lupe genommen. Als Erfolg verbuchte die FDP die Infrastrukturmaßnahmen im Örtzepark, die größtenteils aus Ziel-1-Mitteln durchgeführt werden konnten.

Auch das Thema Naturbad, dessen Finanzierung aus EU-Mitteln abgelehnt worden war, stand noch einmal zur Debatte. Hier sahen einige der Diskutierenden vor allem einen wichtigen Faktor als nicht gegeben: Die nachhaltige Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Diese sei, das bestätigte auch Axel Rehwinkel, eines der wichtigsten Argumente bei der finanziellen Unterstützung von Projekten durch die EU. "Es geht bei den EU-Programmen um die ganzheitliche Förderung des ländlichen Raumes. Es geht darum, die Leute in der Fläche zu halten," erklärte Rehwinkel. Wieso allerdings für den Örtzepark, der solche Arbeitsplätze auch nur indirekt fördern könnte, Gelder da sind, konnte Rehwinkel nicht deutlich machen.

In diesem Zusammenhang trat auch die Frage auf, weshalb beachtliche Summen an EU-Geldern in den Naturschutz fließen. "Wenn ich Tourismus will, ist Naturschutz förderlich, wenn ich ihn entsprechend thematisiere.," lautete dazu das Statement des Landespolitikers, der im ersten Beruf Landschaftsarchitekt ist. Zugleich sieht Rehwinkel allerdings ein Ungleichgewicht bei der Verteilung von EU-Fördermitteln zugunsten von ökologischen Projekten und zum Nachteil für die Schwerpunkte Soziales und Wirtschaft. Bezogen auf die Vermarktung der Heide-Region lautete sein Hinweis: "Man muss sich die Frage stellen, welches Potential in einer Region steckt und wo man mit seiner 'Marke' hinwill. Man kann sich nicht mit Mais umgeben und Tourismus wollen." Bispingen beispielsweise habe sich klar für den Event-Tourismus entschieden. In Hermannsburg, so vermutet Rehwinkel, scheine es zu fehlen an langfristig ausgereiften, kreativen Ideen für die Entwicklung der Südheide. Gerade ein ausgereiftes Konzept sei aber notwendig, wenn Fördergelder beantragt werden. Wenn 2013 die Ziel-1-Förderperiode für die Heideregion  beendet ist, gelte es, in den Startlöchern zu stehen mit Konzepten für die "Gemeinsame Agrarplanung", mit der ein neuer Förderzeitraum beginnt, während Ziel-1-Gelder dann wohl nur noch in den europäischen Osten fließen werden.

Auch die Möglichkeit, für private Investoren, EU-Fördermittel zu beantragen, sprach Rehwinkel an. Wie bei den kommunalen Projekten müsse  auch hier ein Konzept vorliegen, das für die Region nachhaltig tragbar ist. Auskünfte erteilen im Einzelfall die Wirtschaftförderung des Landkreises, aber auch die Behörde für Geoinformation, Landesentwicklung und Liegenschaften (GLL) in Verden /Aller.

Bei der Vermarktung der Lüneburger Heide insgesamt sieht Rehwinkel die Gründung der Lüneburger Heide GmbH als "richtigen Weg". Bisher habe in der Werbung die Lüneburger Heide "nicht stattgefunden". Es seien lediglich einzelne Hotels, die werben. Und die Möglichkeit, im europäischen Ausland auf die Heide aufmerksam zu machen, würde noch nahezu überhaupt nicht genutzt.

(Aus dem "ANZEIGER" vom 3. Juni 2009)